Träume

Sicherlich haben Sie sich schon gewundert, warum ich manchmal nach Ihren nächtlichen Träumen frage. Was haben Träume mit klassischer Homöopathie zu tun?

Nun, schon in Kents Repertorium  aus dem Jahr 1897 finden sich im Kapitel Schlaf viel Rubriken über Träume. So wurde in der homöopathischen Forschung schon lange ein Zusammenhang zwischen Träumen und Arzneimitteln hergestellt. Träumt z.B. ein Patient regelmäßig von einem Blitz getroffen zu werden, sollte der Homöopath das Mittel Arnika in Betracht ziehen, oder träumt er zu fallen, kann man an Thuja denken.

Nicht jeder Mensch kann sich an seine Träume erinnern, doch ist erwiesen, dass jeder träumt. Träume zeigen unbewusste Anteile auf, die ins Bewusstsein drängen. Sie erscheinen nicht zufällig, sie produzieren nichts Überflüssiges, sondern dienen dazu, uns unsere Ängste, Wünsche und kreativen Möglichkeiten ins Bewusstsein zu heben.

Angstträume oder Alpträume sind die bekanntesten Träume. Sie sind dann behandlungsbedürftig, wenn sie regelmäßig wiederkehren und den Schlaf stören.

Alpträume zeigen immer die Notwendigkeit, eine Lösung zu finden. Sie sind daher nicht nur ein Warnsignal für den Menschen, sondern weisen ihm auch den Weg: denn je mehr wir uns unsere Ängste bewusst machen und uns mit ihnen auseinandersetzen, desto eher gelingt es uns, sie zu überwinden. „Die Ängste im Schlaf betreffen unser ganzes Leben.“ (2)

 Ein Traumbeispiel: Ich träume, dass ich von zwei Männern verfolgt werde. Ich laufe, aber sie laufen ebenso schnell hinter mir her. Vor Schreck wache ich schweißgebadet auf. Noch im Dämmerzustand finde ich eine Lösung, diese Verfolgung aufzuhalten: Ich bleibe stehen, drehe mich um und sehe sie an. Damit ist die Jagd zu Ende.

 Dies ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man sich selbst helfen kann, eine persönliche Lösung zu finden. Hier heißt die Lösung: Innehalten und hinschauen. Ein anderer hätte die Verfolgung vielleicht anders beendet…..

Falls die Träume, verfolgt zu werden, öfter auftauchen, und zunächst keine Lösung gefunden wird, kann möglicherweise, mit den homöopathischen Mitteln  Silicea, Sulphur, Zincum und anderen der Prozess des Ans-Lichtholens unterstützt werden (wenn die Gesamtheit der Symptome passt).

 Manchmal ist der Traum der einzige Ratgeber, den man hat. Er ist wie eine innere Stimme, die uns aufruft, ihr zu folgen. Und wehe dem, der sich weigert, wenn er der Aufforderung zur Veränderung nicht Folge leistet. Was hätten Träume sonst für einen Sinn, wenn wir nicht versuchten, unsere innersten Bedürfnisse und Wünsche selbst zu verstehen?

Um die Wirkung eines homöopathischen Mittels zu beurteilen, gibt es bestimmte Verlaufsparameter, wie natürlich die Hauptbeschwerde, die Energie und eben auch die Träume: sie zeigen bildhaft, wo ich in meiner persönlichen Entwicklung stehe. Und damit zeigen sie auch, inwieweit das homöopathische Heilmittel mich wirklich erreicht hat.

Die bevorstehende Weihnachtszeit ist auch die dunkelste Zeit des Jahres. In den zwölf so genannten „Raunächten“ zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar findet von jeher ein besonders intensives Traum-Erleben statt. Es ist die Zeit, in der unsere hektische Welt still zu stehen scheint und andere Kräfte wirken können. Vielleicht können auch Sie davon etwas erfahren.

Achten Sie in Zukunft mehr auf Ihre Träume und notieren Sie sie, sobald Sie erwacht sind. Bringen Sie Ihre Notizen zum nächsten Termin mit – falls Sie mögen. Sie werden sehen, sobald Sie sich mit Ihnen beschäftigen, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Zum Jahres – Ausklang  wünsche ich Ihnen Achtsamkeit für Ihre Träumeund natürlich, dass Ihre Träume für das kommende Jahr 2018 in Erfüllung gehen.Das wäre „traumhaft“!

 

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